Statistik Blog · Abschlussarbeit

Nach der statistischen Auswertung: wann ein Lektorat folgen sollte

Wenn die statistische Auswertung abgeschlossen ist, bleibt vor der Abgabe meist noch ein Schritt: die sprachliche und formale Fertigstellung der gesamten Arbeit. Wann sich dafür ein Lektorat lohnt, und worauf Sie beim Übergang achten sollten.


Was kommt nach der statistischen Auswertung?

Wenn wir eine statistische Auswertung abschließen, liegt bei Ihnen ein vollständiges Ergebniskapitel vor: Tabellen, Grafiken und die schriftliche Interpretation der Befunde. Fachlich ist die Arbeit damit fertig. Vor der Abgabe bleibt aber meist noch ein Schritt, der leicht unterschätzt wird: die gesamte Arbeit muss sprachlich und formal aus einem Guss wirken, nicht nur das neue Kapitel für sich.

Das neue Ergebniskapitel trifft auf Kapitel, die Monate früher entstanden sind, mit einem anderen Schreibfluss, teils anderer Terminologie. Genau an dieser Naht zwischen Auswertung und übrigem Text setzt ein Lektorat sinnvollerweise an, nicht als optionales Extra, sondern als letzter Schritt vor der Einreichung.

Viele unterschätzen, wie viel an dieser Stelle noch offen ist. Die Statistik ist fachlich korrekt, aber der Text drumherum ist selten in einem Rutsch entstanden: Einleitung und Theorieteil oft Monate vor der Auswertung geschrieben, Diskussion und Fazit direkt danach, unter Zeitdruck. Dass sich Ausdruck und Detailgenauigkeit zwischen diesen Phasen unterscheiden, ist normal, sollte aber vor der Abgabe noch einmal angeglichen werden.

Was am Übergang konkret zu tun ist

Aus unserer Erfahrung mit vielen Abschlussarbeiten lassen sich am Übergang von der Auswertung zum übrigen Text drei Aufgaben klar voneinander trennen, die jeweils in unterschiedliche Zuständigkeiten fallen und deshalb auch nicht von derselben Stelle erledigt werden sollten.

  • Inhaltlich prüfen lassen sich nur die statistischen Aussagen selbst, also ob ein Test richtig gewählt und korrekt interpretiert wurde. Das gehört in die Auswertung, nicht ins Lektorat.
  • Sprachlich angleichen lässt sich der Stil zwischen den Kapiteln, damit die Arbeit nicht wie aus mehreren Textbausteinen zusammengesetzt wirkt. Das ist die Kernaufgabe eines Lektorats.
  • Formal vereinheitlichen lassen sich Zitierweise, Tabellenformat und Verzeichnisse, damit am Ende alles nach einem Schema aussieht, unabhängig davon, wann welcher Abschnitt entstanden ist.

Wer diese drei Aufgaben klar trennt, spart sich Rückfragen und doppelte Bearbeitung, weil jede Stelle genau das prüft, wofür sie zuständig ist.

Warum die Reihenfolge zählt: erst die Auswertung, dann das Lektorat

Ein Lektorat sollte am Ende des Schreibprozesses stehen, nicht in der Mitte. Wird ein Kapitel lektoriert und danach inhaltlich überarbeitet, etwa weil sich bei der statistischen Auswertung noch Anpassungen ergeben, muss der betroffene Abschnitt erneut geprüft werden. Das kostet doppelt Zeit und in der Regel auch doppelt Geld.

Erst wenn die Zahlen stehen, steht auch der Text, den man lektorieren lassen sollte.

Sinnvoller ist es, zuerst die Auswertung inklusive der Formulierungen für das Ergebniskapitel abzuschließen und erst danach die gesamte Arbeit in einem Durchgang lektorieren zu lassen. So wird jeder Abschnitt genau einmal geprüft, und die sprachliche Konsistenz über die gesamte Arbeit hinweg bleibt erhalten.

Typische Fehler, die uns nach der Auswertung noch begegnen

Da wir täglich mit den statistischen Kapiteln von Abschlussarbeiten arbeiten, sehen wir bestimmte sprachliche und formale Fehler immer wieder, gerade an der Stelle, wo unser Teil endet und der restliche Text weitergeht.

Uneinheitliche Zeitformen

Im Methodikkapitel wird beschrieben, was getan wurde, meist im Präteritum. Im Ergebniskapitel rutschen viele unbemerkt ins Präsens, weil sich Ergebnisse "zeigen" statt "zeigten". Ein einheitlicher Zeitgebrauch über die gesamte Arbeit wirkt professioneller.

Verwechslung von Signifikanz und Relevanz

"Signifikant" wird umgangssprachlich oft mit "wichtig" oder "groß" gleichgesetzt, statistisch bedeutet es etwas anderes. Diese Verwechslung ist ein inhaltlicher Fehler und gehört in die statistische Auswertung, wird aber häufig erst beim genauen Gegenlesen der fertigen Arbeit sichtbar.

Unklare Kausalformulierungen

Ein häufiger Stolperstein: Aus einem signifikanten Zusammenhang wird sprachlich schnell eine Kausalaussage, etwa "X führt zu Y", obwohl das Studiendesign nur eine Korrelation zulässt. Das berührt die methodische Korrektheit der Arbeit und sollte schon bei der Auswertung sauber formuliert werden.

Uneinheitliche Zahlen- und Tabellenformate

Ob Dezimalpunkt oder Dezimalkomma, wie p-Werte notiert werden, ob alle Tabellen demselben Schema folgen, das sollte innerhalb einer Arbeit konsistent sein. Kleine Unstimmigkeiten wie diese häufen sich gerade dann, wenn Ergebniskapitel und übriger Text zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden sind.

Uneinheitliche Fachbegriffe zwischen den Kapiteln

Im Theorieteil heißt es vielleicht "Probanden", im Ergebniskapitel "Teilnehmende", oder ein Konstrukt wird an zwei Stellen unterschiedlich benannt. Solche Verschiebungen entstehen fast immer, wenn zwischen den Schreibphasen Monate liegen, und fallen erst auf, wenn die ganze Arbeit an einem Stück gelesen wird.

Kurz erklärt: Korrektorat oder Lektorat

Ein Korrektorat prüft Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung, ohne den Text inhaltlich zu verändern. Ein Lektorat geht weiter und prüft zusätzlich wissenschaftlichen Ausdruck, Stil und Lesefluss, gerade dort, wo unterschiedliche Kapitel aus unterschiedlichen Schreibphasen aufeinandertreffen. Welche Stufe sinnvoll ist, hängt vom Zustand Ihres Textes ab, bei einem frisch fertiggestellten Ergebniskapitel neben einem älteren Theorieteil ist meist das vollständige Lektorat die sicherere Wahl.

Ist ein Lektorat der Abschlussarbeit erlaubt?

Ja. Ein Lektorat betrifft Sprache und Form, nicht den fachlichen Inhalt der Arbeit. Es ist an praktisch allen deutschen Hochschulen ausdrücklich erlaubt, vergleichbar mit einer Rechtschreibprüfung durch eine dritte Person. Die Grenze liegt dort, wo Inhalte für Sie geschrieben oder Argumentationen inhaltlich verändert werden, das wäre Ghostwriting und unterscheidet sich klar vom Lektorat. Ein seriöses Lektorat ändert weder Ihre Aussagen noch Ihre statistischen Ergebnisse, es sorgt lediglich dafür, dass das, was Sie erarbeitet haben, sprachlich korrekt und einheitlich ankommt.

Der Übergang in der Praxis: was Sie vor dem Lektorat prüfen sollten

Damit der Übergang von der Auswertung zum Lektorat reibungslos läuft und nicht zur zweiten Baustelle neben der eigentlichen Abgabe wird, lohnt sich ein kurzer Check, bevor Sie die Arbeit weitergeben:

  • Ist die statistische Auswertung inklusive aller Formulierungen für das Ergebniskapitel abgeschlossen?
  • Liegt die Arbeit als vollständiges Dokument vor, nicht nur als Sammlung einzelner Kapitel?
  • Sind alle Quellen im Literaturverzeichnis erfasst, auch die zuletzt ergänzten?
  • Kennen Sie die formalen Vorgaben Ihrer Hochschule zu Zitierstil und Formatierung?
  • Ist der Abgabetermin bekannt, damit sich Standard- oder Express-Lektorat realistisch einplanen lässt?

Bei knappem Abgabetermin muss das kein Problem sein: Ein Express-Lektorat lässt sich auch dann noch einplanen, wenn die statistische Auswertung erst kurz vor Abgabe fertig wird. Das ist ohnehin eine Situation, die uns häufig begegnet, gerade bei Anfragen kurz vor dem Abgabetermin planen wir die Bearbeitungszeit so, dass am Ende noch ein realistisches Zeitfenster für den letzten sprachlichen Schliff bleibt.

Wichtig ist dabei die Reihenfolge der Kommunikation: Klären Sie den Abgabetermin am besten schon bei der Beauftragung der Auswertung, nicht erst danach. So lässt sich die Bearbeitungszeit realistisch auf beide Schritte, Auswertung und Lektorat, aufteilen, statt am Ende in Zeitnot zu geraten und beide Leistungen parallel unter Druck erledigen zu müssen.

Unsere Empfehlung für den letzten Schritt

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Lektorat ist eine andere Kernkompetenz als statistische Auswertung, deshalb bieten wir es nicht selbst an. Statt eine zweite Leistung neben unserer eigentlichen Arbeit nur mittelmäßig anzubieten, verweisen wir an dieser Stelle bewusst an einen spezialisierten Partner.

Für den Übergang empfehlen wir 1a-Studi, ein wissenschaftliches Lektorat mit akademisch ausgebildeten Lektorinnen und Lektoren. Neben Korrekturlesen und Lektorat prüft 1a-Studi auch Zitierweise, Formatierung nach Hochschulvorgaben sowie auf Plagiate und KI-generierte Textabschnitte, bei Bedarf auch als Express-Service. Über unseren Partnerlink erhalten Sie 10 % Rabatt. Mehr zu den einzelnen Leistungen und zur Abgrenzung zu unserer eigenen Arbeit finden Sie auf unserer Lektorat-Seite.

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Häufige Fragen.

Was kommt nach der statistischen Auswertung meiner Abschlussarbeit?

Wenn Tabellen, Grafiken und die Interpretation der Ergebnisse stehen, bleibt meist noch ein Schritt: die sprachliche und formale Fertigstellung der gesamten Arbeit, also Lektorat, Zitationsprüfung und Formatierung.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Lektorat?

Am sinnvollsten nach Abschluss der inhaltlichen Arbeit, inklusive der statistischen Auswertung. Wird vorher lektoriert, muss nach jeder inhaltlichen Änderung erneut geprüft werden.

Was ist der Unterschied zwischen Korrektorat und Lektorat?

Korrektorat prüft Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Zeitformen. Lektorat prüft zusätzlich wissenschaftlichen Ausdruck, Stil und Lesefluss.

Ist ein Lektorat der Abschlussarbeit an der Hochschule erlaubt?

Ja. Lektorat betrifft Sprache und Form, nicht den fachlichen Inhalt. Das ist an praktisch allen deutschen Hochschulen ausdrücklich erlaubt.

Kann ein Lektorat Fehler im Methodikkapitel finden?

Ein Lektorat prüft Sprache und Form, keine statistische Korrektheit. Ob die richtigen Verfahren gewählt und korrekt interpretiert wurden, ist eine methodische Frage und gehört in die statistische Auswertung.

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